…die Route wird neu berechnet…

du sitzt im Auto und dein Navi meldet unaufhörlich…“die Route wird neu berechnet“.. das Ergebnis lässt leider auf sich warten. Unruhig schaust du immer wieder auf das Display…kein Ergebnis.

So etwas Ähnliches passiert auch im Gehirn unserer Kinder, wenn diese in die Pubertät kommen und wir als Erwachsene dringend auf ein Ergebnis warten, wie wir jetzt vorankommen.

…“die Route wird neu berechnet“….

Wenn aus Kindern junge Erwachsene werden, dann entsteht im Kopf eine neue Welt. Altes muss raus, Neues rein und entsprechend entsteht Chaos. Gefühle die nicht zuordenbar sind. Neues Verhalten, mit dem keine Seite so recht umzugehen weiß. Ratlosigkeit, Gefühlsstau, Hilflosigkeit, Rückzug, totale Ablehnung und Aggression – eine Welt stürzt scheinbar ein.

…“die Route wird neu berechnet“…

Wozu ist das gut? Weil ein Kind bisher die Welt um sich aufgenommen hat, ohne viel zu hinterfragen. Eltern, Lehrer, Großeltern und viele andere Bezugspersonen waren wichtig und haben das Erleben des Kindes geprägt. Haben Richtlinien aufgestellt, Grenzen gesetzt und nun ist es Zeit für den Jugendlichen diese neu auszuloten. So im Alter von 11 Jahren werden Werte durchleuchtet, Neuland entdeckt und die Kinder beginnen sich abzunabeln. Ein wichtiger Prozess für die Familie.

…“die Route wird neu berechnet“…

Die Landschaft ist uns unbekannt. Straßen, Häuser, Wiesen und Felder…man kann nur ahnen wo man steckt und langsam orientieren wir uns neu. Auch ohne Navigationsgerät. Wir können uns auf unsere Sinne und Erfahrungen  verlassen, wenn uns bisher Bekanntes verlässt. Wir können um Hilfe bitten und einen Passanten fragen.

Im Falle der Pubertät können wir darauf vertrauen, dass uns ein Band mit unseren Kindern verbindet. Wir uns und ihnen Zeit geben müssen für die Neuorientierung und dazwischen ist es ganz wichtig zuzuhören, da zu sein und zu reden. Meistens mehr zuhören als reden. Zulassen, dass wir hinterfragt werden und nicht mehr alles was wir sagen, ohne „wenn“ und „aber“ akzeptiert wird. Wir müssen „Reibebaum“ sein, dem Jugendlichen die Konsequenzen seines Handelns vor Augen führen. Wir müssen seine Rebellion akzeptieren und ihn durch diese Zeit mit viel Liebe und Geduld begleiten.

…“ sie haben das Ziel erreicht“…

…und dann haben es unsere Kinder geschafft. Matura, Abschlussprüfung, Führerschein…sind Zeichen der Zeit, wo Kinder zu jungen Erwachsenen werden und Schritte in Richtung Selbständigkeit machen.

Wir begleiten, drücken die Daumen und lassen sie fliegen. Hoffen, dass wir ihnen genug Wissen und Liebe gegeben haben, sodass sie ein eigenständiges Leben führen können, dass sie glücklich macht.

…“ das Ziel liegt links“..

…und die Kinder biegen ab, ziehen aus der gemeinsamen Wohnung aus. Sie haben den Sprung geschafft und gehen ihren eigenen Weg.

Wenn Sie auch in so einer Situation stecken und Hilfe suchen, scheuen Sie sich nicht, eine Beratungsstelle aufzusuchen, oder ein Einzelgespräch zu vereinbaren. Es ist kein Zeichen der Schwäche. Es zeigt Mut zur Veränderung und Verstand. Denn manchmal braucht es den Blick aus einer anderen Perspektive, einen Blick auf die Landkarte, um zu erkennen, wie es weiter geht.

Ich freue mich auf Ihren Anruf!

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